Berlinalebär 2018

Ganz traditionell bekommt den Hauptpreis ein Film, den niemand auf dem Schirm hatte und über den nicht viel berichtet und breit debattiert wurde. Das überrascht eigentlich niemanden mehr, außer die Medien selbst, die daran langsam gewöhnt sein müssten,
dass ihre Favoriten selten gewinnen. Stattdessen übertreffen sie sich jetzt gegenseitig mit ihren Headlines. Von Nacktschocker, einem Laborversuch, statt einem Film oder gar einer Geiselnahme ist zu lesen. Der Film »Touch me not« hat auch noch den mit 50.000 Euro dotierten Preis für den besten Erstlingsfilm abgestaubt. Für den von der Gesellschaft für die Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten verliehenen Preis kommen grundsätzlich alle Erstlingsfilme der Berlinale infrage. Wer noch alles welchen Preis gewonnen hat, das ist hier ganz gut aufgelistet.

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FILMKRITIK: Unsane (Wettbewerb a. K. ) — Psychothriller ohne Thrill

Kurzerhand einfach mal eingewiesen. Claire Foy als Stalkingopfer Sawyer. © Fingerprint Releasing / Bleecker Street

Regie: Steven Soderbergh, USA 2018, 98 Minuten

Das Stalking-Opfer Sawyer, gespielt von Claire Foy (»The Crown«), will nur therapiert werden, doch stattdessen wird sie gegen ihren Willen stationär festgehalten, weil sie das Kleingedruckte nicht gelesen hat und weil sie ihren Peiniger (Joshua Leonard, »The Blair Witch Project«), der plötzlich als Pfleger auftaucht, reflexartig einen vor den Latz haut.
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FILMKRITIK: Partisan (Panorama) — Castorfs Theater durch die Augen seines Ensembles

© solo:film / Wolfgang Gaube

 Regie: Lutz Pehnert, Matthias Ehlert, Adama Ulrich, Deutschland 2018, 130 Minuten

Lutz Pehnerts Doku ist eine chronologische Skizze über die 25jährige Castorf-Ära an der Berliner Volksbühne. Zu sehen sind lange Einstellungen von Probeaufnahmen und Interviews mit Ensemblemitgliedern und Bühnenarbeitern. Angesichts von Castorf als »Stückezertrümmerer« und des Berliner Theaterstreits hätte man sich aber eine intensivere Auseinandersetzung mit Castorfs Begriff vom Theater gewünscht. Aber süffig-unterhaltend ist es allemal.
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Berlinale Tag 5 — Eine völlig neue Erfahrung


Ich gehe nicht zum Festival, sondern das Festival kommt zu mir.  Der Forumsfilm »Infinite Football« ist einer von acht Berlinale-Filmen, die man erstmalig auch von zu Hause aus streamen kann. Für 3 Euro kann man den Film einmalig sehen. Man kann ihn pausieren und bis zum 28.2. sehen. Die Plattform Festivalscope hat auch Filme anderer Festivals im Programm. Zu beachten ist, dass sie nur zum ungefähren Zeitpunkt des Festivals streambar sind. Die Berlinale-Filme kann man allerdings nur in Deutschland sehen.
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Berlinale Tag 4 — aber mein erster

Na ja. Zuerst ein schwacher Kim Ki-duk — »Human, Space, Time and Human«, ein in diese vier Kapitel gegliederter Film, der in einer Dramaturgie der Enge eine gewalttätige und triebgesteuerte Menschheit auf einer Arche Noah zeigt, die nach ihrer Auslöschung wieder triebgesteuert und gewalttätig aufersteht. Dann der argentinische Forumsfilm »Con el viento«, der eigentlich ein Familiendrama erzählt, das aber nur schäumt. Am besten fand ich dann doch »Land«, ein mit Natives gedrehtes Drama, das die Beziehung zwischen den in Reservaten lebenden Indigenen und den Weißen drumherum vermutlich sehr realistisch zeigt.

Ein Platz, der Modernität ausstrahlen soll. Vor 28 Jahren waren hier nur Wiesen und aufrechtstehende Betonplatten. Jetzt sieht es hier so aus, als hätte ein Kind seine Bauklötzer aus Versehen fallen lassen.

Man bekommt viele Karten noch an der Tageskasse und es lohnt sich, eine Stunde vor Vorstellungsbeginn noch ins entsprechende Kino zu gehen. Das betrifft offenbar insbesondere die Filme, die nach 19 Uhr beginnen. Warum genau dann erst feststeht, wieviele Karten noch verkauft werden können, kann ich nicht sagen. Aber früh gibt es für abends oft noch keine Karten. Falls das jemand genauer erklären kann, darf er das gern kommentieren.

Des Weiteren: Erstmals können acht Filme der Berlinale gestreamt werden. Doch auch hier ist das Kontingent begrenzt.

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FILMKRITIK: The Green Fog (Forum) — San Francisco by Guy Maddin

Regie: Guy Maddin, USA/Kanada 2017, 63 Minuten (mit Vorfilm 72 Minuten)

Maddins trashiger Montage-Assoziationsfilm ist angelehnt an Hitchcocks  »Vertigo«. »The Green Fog« ist gefüllt mit Film- und TV-Serienschnipseln, die in San Francisco spielen, nach New York und L. A. die meist-gefilmte US-Stadt, die in »Vertigo« geradezu kartographiert wird. Bei Maddin steuert sie auf eine Katastrophe zu.
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FILMKRITIK: Tower. A Bright Day (Forum) — Unter der Oberfläche

Regie: Jagoda Szelc, Polen 2017, 106 Minuten

Das Debüt von Jagoda Szelc,  Absolventin der berühmten Filmhochschule in Lodz, ist ein Familiendrama in das immer wieder Elemente des Psychothrillers und des Horrorfilms hereinbrechen.
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Berlinale-Vorverkauf im Kino International


Kurz nach 9 Uhr betrete ich das Foyer des »International«.  Auf dem Fußboden an den Wänden sitzen bereits Leute — nach einigem Rätselraten und Herumgefrage stelle ich fest, dass  sie zu den beiden Schlangen gehören, die jeweils zur linken und zur rechten Seite des Eingangs, dort befinden sich jeweils zwei Kassen, hinführen.

Das Berlinaleticket ist schon wieder einen Euro teurer geworden sind — die sukzessive Preiseerhöhung der letzten Jahre hält an — inzwischen muss man 12 Euro für ein Normalticket berappen.
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Serien auf der Berlinale

»Terror« erzählt von der letzten Polarexpedition Sir John Franklins, die dafür bekannt wurde, dass viele Besatzungsmitglieder von ihren Kollegen verspeist wurden. © AMC

Seit 2015 reagiert die Berlinale auf den Serien-Boom. Neben dem European Film Market, der ausschließlich Fachpublikum vorbehalten ist, gibt es auch für den normalen Zuschauer
in der kleinen Reihe Berlinale Special Series im Zoo Palast eine kleine Auswahl an Serien zu entdecken. So liefen dort 2015 zwei Folgen des Spin-Offs »Better call Saul«, das allerdings schon einen Tag nach der internationalen Premiere auf der Berlinale bei Netflix Deutschland ausgestrahlt wurde. In diesem Jahr stellen die Specials sieben Serien vor.  Viele basieren auf literarischen Vorlagen. Hier eine kleiner Überblick. Weiterlesen

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Die Berlinale 2018 — Spielstätten und Umgebung

Grundsätzlich möchte ich auf diesen sieben Jahre alten Artikel  verweisen. Das ist ein »Berlinale-für-Anfänger«-Beitrag, der ein paar grundsätzliche Tipps zum Festivalbesuch gibt. Die erwähnten Preise (Kataloge) sind vermutlich nicht mehr aktuell, die Daten auch nicht. Die Vorverkaufsstellen haben sich auch geändert: Neben den Potsdamer Platz Arcaden und dem Kino International ist das Haus der Berliner Festspiele in der City West schon seit längerer Zeit Vorverkaufsstelle. Neu hingegen ist für mich, dass auch das Audi City am Kudamm/Bleibtreustraße Karten vorverkauft. Wenn man sich warm einpackt, ist das vielleicht eine echte Alternative zu den Potsdamer Platz Arcaden, die immer recht voll sind.
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