16.2. BERLINALE TAGEBUCH

…nach langem hin und her, entschließe ich mich doch aufzustehen (siehe Tagebuch 15.2., Teil 2). Schließlich habe ich einen Hammertag: Zwei Wettbewerbswiederholungen, eine Premiere, eine Homage). Wäre ich eine Sims-Figur würde ich spätestens im Foyer des Delphi (14 Uhr-Vorstellung) umkippen und schlafen. Ein Glück bin ich nicht so einfach gestrickt wie eine dumme Strategie-Spiel-Figur. Und was solls: Schließlich ist nur einmal im Jahr BERLINALE. Ich stehe um 6.45 Uhr auf. In den Spiegel will ich gar nicht gucken. Im Kino sieht mich ja eh keiner. Ich erwische mich bei dem Gedanken: »Es sind ja nur noch vier Tage.« Während ich mir meine Stulle schmiere, höre ich auf »Radio Eins« zweisätzige Verrisse meiner heutigen Wettbewerbswiederholungen. Ich liebe die Journalisten:-(. Obwohl ich noch nie so früh am Ticketcounter war, bekomme ich weder Karten für die Premiere von »Requiem« noch für »The Notorious Bettie Page«. (Zu dem Film hatte mich Kathi [Medea] gestern überredet.) Mich nervt meine dämliche Fachbesucherakkredierung extrem!!!. Warum darf ich nicht Presse sein? Zu allem Überfluss erfahre ich auch noch, dass es für Sonntag nur noch beschränkt Karten geben soll und da laufen natürlich noch zwei Filme, die ich unbedingt sehen wollte. Ich versuche, »normal« Karten zu kaufen. Aber der Verkauf für den »Publikumstag« am Sonntag hat — natürlich!!! — nicht erst drei Tage vorher begonnen (wie bei allen anderen Tagen), sondern schon zu Beginn der Berlinale. Deshalb ist so gut wie alles ausverkauft! Meine Vorstellungen sind natürlich dabei! Ich bin richtig, richtig schlecht gelaunt. Die Frau am Ticketcounter, die mich bedient, empfiehlt mir, mich am Samstag gegen 6 Uhr anzustellen. (Der Counter macht um 8.30 Uhr auf!) Ich hole mir Karten für »Offside« (iranischer Wettbewerbsbeitrag), drei kürzere Filme der Perspektive Deutsches Kino und den Chabrol-Wettbewerbsfilm.
Nachdem ich mir grad bei Dunkin den Ärger runtergeschrieben habe, fühl ich mich etwas besser…
Jetzt gehe ich gleich zu den »normalen« Verkaufsständen und verschenke eine Karte von Levent. Danach will ich zur ersten Vorstellung. Heute ins Delphi — zu einem japanischen Klassiker. Das wird nett werden: Trashiger Film und ein klassisches Kino mit Vorhang. Meine Laune ist besser! Danke liebes Tagebuch!

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