GEDANKEN ZUR BERLINALE: Massenabfertigung statt Kinoerlebnis?

Seit 2009 mit dabei: der Friedrichstadt-Palast. (Foto: © Kleo)

Die B. Z. twittert am Nachmittag, dass bereits alle Vorstellungen im Friedrichstadtpalast ausverkauft seien, im Vorverkauf wohlgemerkt. Ein Tageskassenkontingent wird es wohl noch geben. Insgesamt seien aber am ersten Tag 4000 Tickets mehr verkauft worden als im letzten Jahr, so eine Sprecherin der Berlinale. Bleibt die Frage, ob tatsächlich der Ticketwahn größer ist oder ob nicht einfach die Kontingente größer geworden sind, weil die Berlinale kaum noch im Kino stattfindet, sondern in Massenabfertigungshallen. Das Babylon Mitte ist in diesem Jahr überhaupt nicht mehr dabei. Stattdessen finden die Generation-Aufführungen jetzt zum größten Teil im Haus der Kulturen der Welt statt. Das Auditorium muss aber hauptsächlich für den Zoo Palast einspringen, der zwei jahrelang aufwendig saniert wird. Ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen sind die Panorama-Filme, die nun auch teilweise im Friedrichstadtpalast gezeigt werden.

Mit 1895 Plätzen ist dieser die größte Aufführungsstätte. Gefolgt von einem Kino, dem Berlinale Palast mit seinen vielen Rangen und einer Kapazität von 1600 Sitzen. Danach folgt das Auditorium des Hauses der Kulturen der Welt (Saal 1) mit 1025 Plätzen. Auf dem vierten Platz ist der Humboldt-Saal der Urania mit 866 Plätzen. Ebenfalls kein traditionelles Kino. Das „gemeine“ Volk, das nur am Publikumstag in den Berlinale Palast kommt, wird zunehmend in Riesensälen abgespeist, in denen keine Kinoatmosphäre herrscht. Nach der Sanierung ist der Zoo-Palast um 250 Plätze kleiner als vorher – hoffentlich wird er dann nicht als Berlinale-Kino gestrichen. Denn so wie der Trend in den letzten Jahren verläuft, will Kosslick das Festival zu einer Massenabfertigung verkommen lassen.

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