Das war die Berlinale 2011

Meine Filme: 43
Forum: 23
Panorama: 6
Wettbewerb: 1
Special: 1
Retro: 1
Generation: 9
kürzester Film: 8 Minuten
längster Film: 278 Minuten


THE BEST:

1. Episch: LAS MALAS INTENCIONES (Kplus, Peru, 2011)

Der Film verknüpft peruanische Landesgeschichte – in den 80ern kämpfte die linksgerichtete Guerilla-Organisation Leuchtender Pfad gegen Regierung und Reiche – mit dem Portrait einer Oberschichtenfamilie aus Sicht der emotional vernachlässigten Cayetana. Als die Mutter schwanger wird, beginnt sie, das noch Ungeborene zu hassen – ein komplexer Einblick in die von gesellschaftlichen und familiären Umbrüchen beeinflusste kindliche Psyche.

2. Formal: TOMBOY (Cross: Panorama/14plus, Frankreich, 2011 )

Dieser minimalistische, französische Film problematisiert die soziale Gender-Thematik. Die zehnjährige Laure will einfach nur ein Junge sein und täuscht dies nach einem Umzug in ein Neubaugebiet in der dortigen Kinderclique vor. Sie findet schnell Anerkennung, doch irgendwann muss dieses Gebäude aus kreativen Lügen einstürzen. Es fällt leise, ohne viel Dramatik, aber ohne das Thema zu verraten, in sich zusammen.

3. Experimentell: JESS + MOSS (14plus, USA, 2011)

Dieser Experimentalfilm erzählt retrospektiv und aus der Sicht des 12jährigen Moss, der sich an den Sommer mit seiner Kusine Jess erinnert. Die gewagte Ästhetik, die permanente Verletzung der unsichtbaren Schnittregeln, ist ein beeindruckendes Visualisierungs-konzept für Erinnerungsmechanismen.

4. Dokumentarisch: CAVE OF FORGOTTEN DREAMS (SV, USA, 2010)

Durch die starke Betonung seiner subjektiven Sichtweise schafft es Werner Herzog, uns für über 30.000 Jahre alte Wandmalereien und Knochen in der Chauvet-Höhle zu begeistern und unser Blickfeld für existenzielle Fragestellungen zu erweitern. Außerdem erhält man eine Idee davon, was man mit 3-D über die räumliche Darstellung vom Schlumpfdorf Pandora hinaus noch alles anstellen kann.

THE WORST

Richtig schlechte Filme habe ich in diesem Jahr eigentlich nur einen einzigen gesehen:

1. LIFE IN A DAY (Panorama, GB, 2011)

Banale YouTube-Alltagsschnipsel, ertränkt im Pathos, streckenweise voyeuristisch. Zusätzlich will uns der Regisseur auch noch die Philosophie verkaufen, dass der Sinn des Lebens in den kleinen Alltagsdingen steckt.

Vier Schlusssätze

 

Sehr viel Gutes habe ich in der Generation gesehen. Eher enttäuschend war in diesem Jahr das Forum. Die deutschen Filme haben ihren Kredit für lange Zeit bei mir verspielt (bis auf ein paar Ausnahmeregisseure). In der Retrospektive habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass ich für Bergman erst mal einen Einsteigerkurs benötige.

 

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