Day One — Laaaaaaaangweilig!

Der erste Tag des offiziellen Berlinalestarts und ich würde gerne etwas Aufregendes berichten. Das einzig Interessante: Ich bin mit den Hits des Blogs sehr zufrieden. Deswegen: Klickt bitte fleißig weiter!
Ansonsten: Kurz nach 10 Uhr, heute morgen, war ich in den Potsdamer Platz Arcaden und stand dort 1,5 Stunden. (Ja, ich habe schon wieder keine Akkreditierung und möchte über dieses Thema kein Wort mehr verlieren.) Das große Erlebnis blieb jedoch aus. Es war schlichtweg langweilig. Das Mädel vor mir, ging raus, um eine Zigarette zu rauchen. Erst dachte ich, sie kommt ja gar nicht wieder. Nach 45 Minuten war ich mir nicht mehr sicher, ob die Person vor mir, nicht das Rauchermädchen war. Ich hatte die ganze Zeit in den Miniheftchen von Zitty oder Tipp herumgekrickelt oder irgendwelche blödsinnigen Sms getippt, dass ich meine Umgebung offenbar kaum wahrgenommen hatte. Zwischendurch kamen auch ein paar Kamerateams, die immer mit filmen ansetzten, dann jedoch plötzlich verschwanden, weil sie es offenbar auch langweilig fanden. Es muss ziemlich schwierig sein, immer wieder was Neues zu finden. Neue Bilder von einem Ereignis, dass es schon zum 58. mal gibt.
Zwischendurch rief einer die Titel der ausverkauften Filme in die Menge und klebte rote Punkte an die Tafel mit dem Programm. Das Prinzip habe ich noch nie verstanden, denn als ich dran war, waren auch Filme ausverkauft, die keinen roten Punkt hatten. Wie zum Beispiel der Patti-Smith-Film, den ich nun schon zum zweiten Mal nicht bekommen habe.
Am Abend schrieb Susan unverständliche Smse, irgendwas von »Berlinalefieber«. Während sie mit ihrer Presseakkreditierung in der PV von »Om Shanti Om« saß, hörte ich das »offizielle Berlinaleradio«, das über den Opafilm »Shine a Light« berichtete. Da ich Skupin und Wieprecht mag, lies ich den Kasten an. Während der Berlinale bringen sie jetzt wieder das inzwischen abgeschaffte Spiel von früher, wo sie mit verteilten Rollen Filme nachspielen. Zwei Mitspieler raten um die Wette — offenbar gehts jedesmal um ein Jahresabo von Film epd. Die Neuerung: Anja Caspari spricht als Gegenstand, Tier oder Pflanze nun auch einen Monolog. Diesmal sagte sie z. B. : »Ich bin gelb«. Und Skupin oder Wieprecht sagte: »Wenn ich nicht vor meinem Spiegel stehe und Selbstgespräche mit mir führe…« An dieser Stelle funkte es bei einem der Kandidaten und mir. Klassische Szene aus TAXI DRIVER vom Opafilmer Scorsese. Anja war das gelbe New-York-Taxi. Ein wirklich guter Film. Und ich glaube es ist der einzige Film, der mir von Scorsese bedingungslos gefallen hat.
Gegen 14.30 Uhr versuchte ich etwas halbherzig bei Radio Eins, eine Karte für den russischen Panorama-Eröffnungsfilm zu ergattern.
Ich muss zugeben, ich bin nicht berlinalefiebrig und weiß nicht so recht, woran das liegen könnte. Vielleicht weil ich schon einige Filme gesehen habe? Oder, weil es jedes Jahr das gleiche Spiel ist?
Morgen ist wieder ein neuer Tag mit meinem zwar nicht ersten Film, aber doch der erste Film während der offiziellen Berlinale. Vielleicht ändert sich dann diese Müdigkeit. Wahrscheinlich eher nicht, denn der Film beginnt erst 22.30 Uhr.

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