Erste Streiflichter im Berlinaledschungel 2010

Foto: Berlinale 2010
Der Japaner Koji Wakamatsu (UNITED RED ARMY) ist diesmal im Wettbewerb mit der Literaturverfilmung CATERPILLAR. Die Story stammt aus der Feder eines gewissen Edogawa Rampo (1894–1965), einem großen Edgar-Allan-Poe-Fan, der sich auch gleich nach ihm benannte. In der Kurzgeschichte CATERPILLAR foltert eine Frau einen verstümmelten Kriegsveteran. Koji kehrt damit wieder zu seinen Wurzeln, dem Pink Movie, zurück. Auf die Extendend-Version von METROPOLIS und dem Rundfunk-Sinfonieorchester hätte ich schon  große Lust. Doch leider stört mich dreierlei.

Das Wörtchen „Gala“, der Aufführungsort und die gleichzeitige Erwähnung dieser PM mit den Kulinarischen-Kino-Abenden. Es sieht danach aus, als wollten sie daraus eine Schicki-Micki-Veranstaltung machen. Andererseits ist die Massenabfertigungshalle Friedrichstadt-Palast dermaßen ungemütlich, dass dort selbst die exquisiten Handtäschchen gar keinen Platz hätten. Der alle Formate sprengende Forums-Film (Special Screenings) stammt diesmal von Dominik Graf. Der Achtstunden-Film IM ANGESICHTS DES VERBRECHENS ist eigentlich eine Serie und spielt in der „russischen Unterwelt im Berliner Westen“. Die achtteilige Serie soll auch im ARD laufen und wurde vom WDR 2008 in Auftrag gegeben. Produzent: Ex-RTL-Chef Marc Conrad und seine Firma Typhoon-Networks. Im Marz 2009 meldete Typhoon Konkurs an und zwar aufgrund immens gestiegener Produktionskosten von IM ANGESICHTS DES VERBRECHENS. Daraufhin versuchte Typhoon das Geld vom WDR einzutreiben. Es kam zu Streitigkeiten zwischen WDR und der Produktionsfirma.

Berlinaleliebling Michael Winterbottom (IN THIS WORLD) ist mit der Verfilmung des Hardboiled-Krimis von Jim Thompson THE KILLER INSIDE ME im Wettbewerb.

THE KILLER INSIDE ME
(Foto: Berlinale 2010)

 Der allen sympathische Deputy ist in Wirklichkeit ein früher „American Psycho“ und wird von den begabteren der Affleck-Brüder, Casey Affleck, gespielt. Und noch eine Literaturverfilmung im Wettbewerb: DER RÄUBER von Benjamin Heißenberg (SCHLÄFER). Die Story basiert auf einer wahren Begebenheit – 1988 gelingt einem Bankräuber die Flucht aus einem Wiener Knast. Da er aber auch extrem konditionsstark war, konnte er der Öffentlichkeit und der Polizei tagelang davonlaufen.

 

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Ein Kommentar zu Erste Streiflichter im Berlinaledschungel 2010

  1. Bernd sagt:

    Da steigt ja langsam die Vorfreude auf die Berlinale 😉

    Die Räuber liest sich gut, der von Dominik Graf wird wohl der Zeit wegen eher nichts.

    Bei der Metropolis Vorführung finde ich auch den Ort störend, die Festivalsfilme letztes jahr dort waren eine Zumutung, aber mit Symphonieorchester wird es halt was einmaliges, deswegen habe ich mir dafür schonmal Tickets gesichert.

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