FORUM -TIPPS

Die experimentelle Berlinale hat diesmal viele Filme, die die Familie thematisieren. In dem koreanischen Film „Ad Lib Night“ wird ein Mädchen aus Seoul von drei Männern überredet, sich als eine wieder gefundene Tochter einer Sterbenden auszugeben. Sie fährt aufs Land und die Trauergäste empfangen sie mit Feindseligkeit. Background ist das Auseinanderbrechen traditioneller Familienstrukturen in Korea. In „Armin“ fahren Vater und Sohn nach Zagreb, damit der Junge zu einem deutschen Film über den Krieg in Bosnien gecastet werden kann. Doch die Filmcrew ist nicht besonders von seinen Fähigkeiten überzeugt, doch sein Vater ist mit großem Einsatz dabei, während sich der Junge immer weiter in sich zurückzieht. Im Dokumentarfilm „Danny Williams and the Warhol Factory“ – übrigens auch im Panorama gibt es einen 234minütigen Dokumentarfilm über den Popartkünstler – erforscht die Nichte den mysteriösen Tod ihres Onkels Danny Williams. Er und Warhol waren mal ein Paar bis ihn Andy wie eine heiße Kartoffel fallen lies. Nach einem Essen mit seiner Familie, stand er vom Tisch auf, stieg ins Auto seiner Mutter und ward nie wieder gesehen. Unter Drogeneinfluss geschriebene düstere Tagebücher und zwanzig Experimentalfilme sind offenbar das einzige Zeugnis von ihm. Die Regisseurin, also die Nichte, erforscht in ihrem Film Danny Williams Rolle in der „Warhol Factory“ und sein merkwürdiges Verschwinden. Mit „Jagdhunde“ und „Madonnen“ tauchen wieder zwei deutsche Newcomer-Schauspieler auf: Constantin von Jascheroff („Falscher Bekenner“) und die Berlinale-Gewinnerin 2006 Sandra Hüller („Requiem“, D, 2006).
Laut Zitty soll der Film „Heimatklänge“ gut sein. Schwietert, der schon einige Musikfilme gedreht hat, u. a. „Accordion Tribe“ (Schweiz, 2004), zeigt unkonventionelle nonverbale Sänger in den Alpen: „Sie juchzen, jodeln, jammern, trällern und summen.“ Na das hört sich doch wieder mal schön schräg an – wie man es vom Forum auch kennt.

Fight against the conventionality!

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