Fragen an Thomas Hailer und Dr. Martin Ganguly

m Rahmen eines erfreulichen Berlinale Seminares (wundervolles Studentinnenleben) hatte ich heute Vormittag Gelegenheit, zwei sehr angenehme und gesprächsbereite Menschen der Berlinale zu erleben, Dr. Martin Ganguly, den Medienpädagogen und Berater der Sektion Generation (Dozent an der TU für humanistische Lebenskunde) und Thomas Hailer, Leiter der Sektion Generation. Beiden war ihre Liebe zum Film und zur Berlinale deutlich anzumerken und trotz Termindruck hat sich T. Hailer Zeit genommen, unsere Fragen zu beantworten.
Endlich hatte ich also Gelegenheit, meine Kritik wegen der fehlenden deutschen Untertitel in den Generation 14plus Filmen direkt an die Stelle zu richten, die maßgeblich dafür verantwortlich ist. Antwort Hailer: »es ist in erster Linie eine Geldfrage. Im letzten Jahr wurde eine Art Kostenvoranschlag für die Untertitelung von 8 Filmen eingeholt. Dieser Kostenvoranschlag nannte dann eine unglaubliche Summe, 120 000 Euro, ohne ÜbersetzerInnenkosten und und und.« So hat die Sektion Generation vorerst Abstand von dieser Idee genommen und aus der Not eine Tugend gemacht (Stichwort: internationale Veranstaltung, Sprachkompetenz der SchülerInnen stärken durch Fordern). Auch sind die Erfahrungen sehr positiv. LehrerInnen von allen Schularten haben sich in den letzten Jahren immer wieder sehr positiv über die Filme und auch die Sprachkompetenz der SchülerInnen geäußert.
Ich schweige und sehe ein, dass es zu teuer ist, die Filme deutsch untertiteln zu lassen und hoffe, in einigen Jahren wird es genug Geld geben, um von 4 Vorführungen zwei deutsch untertiteln zu lassen und damit den elitären Touch loszuwerden.
Weitere für mich spannende Infos: Die Filme werden mitnichten nur aus eingesendeten Scripts, Exposes oder fertigen Filmen ausgewählt, sondern der Hauptstrang ist die »Jagd«; MitarbeiterInnen sind das ganze Jahr über damit beschäftigt, zu recherchieren, was es gibt, was interessant ist. Hauptinformationsquelle ist natürlich das Internet. Der zweite Strang ist das Besuchen von Filmfestivals und erst die dritte Möglichkeit ist das Einsenden von Filmen. Das hätte ich nicht gedacht. Gefällt mir, diese Herangehensweise.
Es gibt keine vorher festgelegten Kriterien, nach denen die Filme ausgewählt werden. Hailer sprach von morphogenetischen Prozessen, die dazu führen, dass sich thematische Schwerpunkte wie von selbst herauskristallisieren. So war im letzten Jahr das Thema Religionen etwas, das sich durch viele der Filme zog. Und, so Haider, »unser Gremium besteht eher aus Dissidenten« (anerkennendes Gekicher aus den Reihen der weltlichen HumanistikstudentInnen…)
Die Seminarsitzung fand im bösen bösen Sony Gebäude statt, wir saßen in der Generation Lounge, auf weißen Leder(?)Sofas und lehnenlosen Sesseln (ob die zusammen soviel wert waren wie Untertitel für 4 Filme? Diese Frage beschäftigte mich eine Weile). Die Sonne schien durch die verglasten Wände und überflutete uns mit mit Helligkeit und Wärme. Und ich fand mein Leben ganz gut, heute…

Kurz vor der Ende des Gespräches mit Thomas Hailer, kam Kleo, entzückendes Bild einer wahren Berlinale Besucherin, ein wenig blaß mit dem gewissen Glitzern in den Augen, als ich die Karte für den morgigen Film aus der Tasche zog. Auch mein Dozent (Dr. Ganguly) muss das bemerkt haben, denn er grüßte sie freundlich und reichte ihr die Hand…

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Ein Kommentar zu Fragen an Thomas Hailer und Dr. Martin Ganguly

  1. kleo sagt:

    Ja, sehr schön — auf dem Bild sieht man gar nicht, wie grocki ich in Wirklichkeit bin.

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