FILMKRITIK: Imani (Forum)

 

Regie: Caroline Kamya
Uganda, Schweden, 2010
82 Min OmU
So, 21.02., 17:00 h, Delphi

Der Film erzählt drei alltägliche Geschichten aus dem heutigen Uganda. Die einzige Gemeinsamkeit: Die drei Handlungen spielen am gleichen Tag. Für jeden der Protagonisten ist es ein entscheidender Tag: Ein ehemaliger Kindersoldat kehrt aus einem Rehablitierungslager zu seinen Eltern zurück, eine Hausan-gestellte muss eine hohe Kaution auftreiben, um ihre Schwester aus dem Gefängnis zu holen und ein, offensichtlicher besser gestellter, junger Mann, welcher Breakdance Projekte für Ghetto- Kids veranstaltet, wird von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt.

Alle Geschichten haben einen dramatischen Höhepunkt, aber ein offenes Ende. Der Zuschauer bleibt also im Ungewissen, ob das Überleben in Uganda tagtäglich solche Härten bereithält. Der Film zeichnet ein Bild des Lebens in den verschiedenen Teilen Ugandas. So u. a. den armen Norden des Landes, in dem noch vor wenigen Jahren Krieg herrschte oder das Leben in der Hauptstadt Kampala. IMANI wurde mit moderner Digitaltechnik aufgenommen, was einen großen Schritt für den afrikanischen Film bedeutet. Einschränkend muss allerdings hinzugefügt werden, dass der Kanadier Andrew Coppin – also kein Afrikaner – die Kamera führte. Ebenso wurde versucht, mit modernen Stilmitteln zu arbeiten. Allerdings empfand ich die Spielereien mit Schärfe/Unschärfe als misslungen, da sich mir zum einen der dramaturgische Sinn nicht erschloss und die unscharfen Sequenzen mir eindeutig zu lang waren. Die schauspielerischen Leistungen sind als durchweg sehr gut zu bezeichnen, vor allem die Darstellerin der Haushälterin, dessen Geschichte mich am meisten berührt hat, sticht hervor. Der Film startet im März in Uganda und laut Aussagen beim Q & A ist das ganze Land stolz auf den Film. So soll laut Auskunft der Botschaft ein regelrechter Staatsempfang für die von der Berlinale heimkehrende Crew in Vorbereitung sein. Das Breakdance Project Uganda existiert übrigens auch in der Realität. Ich hoffe, bei nächsten Berlinale mehr Filme aus Afrika in dieser Qualität sehen zu können.

 

 

 

 

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