Kurzüberblick über Wettbewerb

Wie schon im letzten Jahr soll zu Beginn ein kleiner Lichtblick das verworrene Berlinaledickicht etwas beleuchten – mit Film- und Schnäppchentipps.
»Auffallend viele unserer Wettbewerbsfilme erzählen private, intime und hoch emotionale Geschichten, die sich oftmals vor dem Hintergrund zeitgeschichtlicher Prozesse ereignen«, so der Festivalleiter Dieter Kosslick. Dazu gehören u.a. der diesjährige Eröffnungsfilm »La Mome – La Vie En Rose« über die französische Chanconsängerin Edith Piaf (»Non, je ne regrette rien«), »Goodbye Bafana« über den Gefängniswärter von Nelson Mandela sowie Robert de Niros »The Good Shepherd«. Dort entwickelt sich ein Agent (Matt Damon) vom Patrioten zum Paranoiden, was nicht nur im Kalten Krieg seine Entsprechung findet, sondern auch an heutige Verhältnisse erinnert. Erzählt wird die Gründung und Geschichte der CIA. Mit »Letters From Iwo Jima« (Außer Konkurrenz) erzählt Clint Eastwood über den Pazifikkrieg, wie auch schon in seinem jüngsten Film (»Flags of our Fathers«) – diesmal jedoch aus japanischer Sicht. Mr. Clooney soll wohl diesmal nicht leibhaftig auftauchen, dafür aber in dem romantischen Schwarz-Weiß-Film-Noir »The Good German«(laut Clooney eine Mischung aus »Der dritte Mann« und »Casablanca«), der in Berlin spielt und von Steven Soderbergh (»Traffic«, USA, 2000) verfilmt wurde. Gespannt darf man wohl auch auf den deutschen Beitrag »Yella« von Christian Petzold (»Die innere Sicherheit«, 2000) sein. Wenn der neueste Film von Park Chan-wook (»Joint Security Area«, Korea, 2000; Lady Vengeance, Korea, 2005) genauso schräg ist, wie er klingt »I´m A Cyborg, but that´s ok«(englischer Titel), kann man sich freuen. Das koreanische Kino ist diesmal mit insgesamt 9 Filmen sehr stark vertreten. Das Aufeinanderprallen zwischen radikaler Popmoderne und traditionellen Strukturen, sowie die unaufgearbeitete Vergangenheit, wie die Kollaboration während der japanischen Besatzung und die Massaker und brutalen Unterdrückungen von Opposition und Studentenunruhen während der Militärdiktaturen, liefern den Filmemachern explosives Material. International bekannt ist das koreanische Kino für seine exzessiven Gewaltakte.

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