Like a Dragon (FFF): Yakuza, Geld und kleine Mädchen

Regie: Takashi Miike
Japan 2007
110 Min.

Typisch Miike: Leichen pflastern seinen Weg.

Takashi Miike filmt schon seit vielen Jahren an seiner ganz persönlichen Filmothek. Vom Horror über den Yakuza-Thriller bis zum meditativen Roadmovie hat er so ziemlich alle Genres inzwischen durchgespielt. Sein neuester Film LIKE A DRAGON deckt sogar gleich zwei Genres ab. Die PC-Spiel-Verfilmung und die Actionkomödie. Drei oder mehr Erzählstränge werden mehr oder weniger zusammenhängend erzählt.

Da ist zum einen ein gerade aus dem Gefängnis entlassener Yakuza namens Kiryu, der versucht die Mutter der kleinen Haruka zu finden. Zwei Yakuza-Gangs, von denen die eine unter dem brutalen Anführer Majima sich auf der Suche nach Kiryu mit Baseball-Schlägern den Weg freimetzelt. Das junge Liebespärchen Yui und Satoru, die durch Zufall und die Geistesgegenwart des Mädchens Yui bei einer Gangster-Schlägerei in einem Lebensmittel-Laden in den Besitz von Yakuza-Geld kommen und, einmal auf den Geschmack und in den Besitz einer Waffe gekommen, einen Laden nach dem anderen ausrauben. Das Figurenkabinett beruht auf einem Computerspiel namens Yakuza, das ich aber nicht kenne. In Europa wird es wohl nicht vertrieben, von daher kann nur der Film als solcher bewertet werden.

Vielleicht will Miike vom früheren Image des Splatterfilmers weg. Aber trotz zahlreicher gelungener Gags zündet diese Actionkomödie nicht so recht. Da ist zum einen die doch recht verworrene Yakuza-Geschichte, deren Zusammenhänge, wer wann mit wem was warum angestellt hat und deshalb jetzt hinter ihm her ist, sich einfach nicht auflösen lassen wollen. Aber auch als reines Popcorn-Kino, in dem die Story eh scheißegal ist, funktioniert Like a Dragon nicht. Nicht nur der dritte Handlungsstrang von zwei ziemlich dämlichen und glücklosen Geiselgangstern in einer Bank, die fünf Minuten vor dem Überfall noch eine riesige Bargeldmenge hatte, ist für meinen Geschmack zu klamaukig geworden.

Wirklich gelungen ist nur die als Tragikkomödie inszenierte Bonnie und Clyde-Story im Teenie-Format um Yui und Satoru, die nach einer rauschhaften Nacht des Ausraubens von Läden schließlich von den Yakuza gestellt werden. Erwähnenswert auch die erfrischende Natürlichkeit, mit der Natsuo Tomita das kleine Mädchen Haruka spielt. Leider hat Miike nicht den Mut, das Vater-Tochter-Verhältnis zwischen ihr und Kiryu in Richtung »Leon, der Profi« weiterzuentwickeln.

Mit den Filmen von Takashi Miike ist es so eine Sache. Wenn er gut drauf ist, und das ist er etwa jedes zweite Mal, haut er Sachen raus, die sind fast so gut wie die Filme von seinem Namensvetter Takashi Kitano. LIKE A DRAGON gehört in die andere Hälfte. An die große Klasse japanischer Actionkomödien, wie sie z.B. Sabu immer wieder vorlegt, kommt LIKE A DRAGON leider gar nicht heran.

FFF Dortmund (24.8., CINESTAR 9, 15.00 h); FFF Köln (23.8., CINEDOM 9, 17.00 h)
FFF Frankfurt (29.8., METROPOLIS 3, 21.30 h); FFF Nürnberg (30.8., CINECITTA‹ 2, 19.00 h)
FFF Stuttgart (10.9., METROPOL 1, 19.30 h); FFF München (6.9., CITY, 19.15 h)
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