Meine Berlinale (3)

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Viel zu spät radle ich los und komme fünf Minuten vor Filmbeginn, im Delphi in der Kantstraße, an. Aber kein Problem: Mit der Akkreditierung und ohne Karte bin ich sofort drinn — der Saal ist nicht komplett voll. Ein 237minütiger Japaner ohne Pause ist wohl doch für viele ein bisschen zu viel des Guten.

Holger sitzt schon oben. Der Film lohnt sich, obwohl fast vier Stunden hintereinander auch für mich eine Herausforderung sind. Danach diskutieren Regisseur und Publikum noch ca. 40 Minuten, und als ich mich mit Holger knapp austausche (ich muss schnell nach Hause, wegen Bauchschmerzen), scheint es, als hätten wir in zwei verschiedenen Filmen gesessen. Jedem sein Film!

Heute bin ich schon um 9.15 Uhr am Counter und außer »Sturm« bekomme ich auch alle Karten. Stattdessen hole ich einen Alternativfilm. Und ein kleiner Tipp: Wenn man nur Karten fürs Forum kaufen möchte, kann man die auch im Arsenal ab 10 Uhr (zentrale Freischaltung) holen. Da stand nämlich heute kein Mensch, und ich hatte innerhalb von einer Minute meine Karte. Auf dem Weg zurück nach Hause reißt mir der Baudenzug meiner Gangschaltung, den ich glücklicherweise innerhalb von 20 Minuten repariert bekomme. Bei der Gelegenheit werden mir gleich sämtliche verschlissenen Teile aufgezählt. Wahrscheinlich hätte ich mit der Kettenauswechselung nicht so lange warten sollen — denn dass das Ritzel innerhalb von drei Monaten im Eimer ist, überrascht mich unangenehm. Die Zwangspause nutze ich für ein schnelles Prenzlberger Frühstück (unsagliche 2,50 € für ein Brötchen mit Honig, Johannisbeermarmelade, Rüherei, Melone, ein Stück Orange, zwei Scheiben Tomaten). Nebenbei streife ich mit einem Blick die Zeitungen (oder solche, die sich so nennen). Der Aufmacher der BZ von gestern: »Berlins Coolinale prickelt los« — den Redakteur würde ich sofort feuern 🙁

Zu Hause schaffe ich es gerade noch, mich zu duschen (endlich mal!) und schon muss ich mich wieder auf mein Radl schwingen. Erste Filmstation ist der Zoo Palast, wo ich mir einen kanadischen Kinderfilm ansehe. Danach habe ich zwei Stunden Pause und begebe mich auf die Suche nach einem W-Lan-Netz. Starbucks in der Friedrichstraße ist tatsächlich so unverschämt 8 € die Stunde zu verlangen. In einem Delicatessenladen in der Dorothenstraße, neben Dussmann, finde ich einen kostenlosen Netzzugang. So sitze ich hier und warte bis zum nächsten Film im Friedrichstadtpalast…

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