My Dear Enemy: (Meotijn haru): Ein Wiedersehen der besonderen Art

Regie: Lee Yoon-ki
Republik Korea 2008
123 Min.

Nach einem Jahr der Trennung steht Ex-Freundin Hee-Soo in My Dear Enemy plötzlich wieder vor Byoung-Woon. Zum Plaudern ist sie aber nicht gekommen.

Der Tag auf der Rennbahn beginnt mit einer Überraschung für Byoung-Woon. Er trifft seine Exfreundin Hee-Soo wieder. Leider ist das Treffen nicht ganz zufällig. Hee-Soo möchte die 3.500 Dollar zurück, die sie ihm vor einem Jahr geliehen hat. Nicht ganz einfach, denn Byoung-Woon ist dummerweise genauso abgebrannt wie Hee-Soo. Zum Glück kennt der lebenslustige Byoung-Woon eine Menge Frauen, die ihm seltsam bereitwillig Geld geben. Und so verbringen die beiden einen ganzen Tag damit, auf der Suche nach Geld durch die Stadt zu ziehen.

Dass es zwischen der vernünftigen Realistin Hee-Soo und dem liebenswert kindlichen Träumer Byoung-Woon nicht recht klappen konnte, wird dem Zuschauer dabei schnell klar. Oder vielleicht doch? Je länger der Tag dauert, und je mehr Freundinnen und Freunde die beiden zusammen abklappern, die alle Byoung-Woon ein bisschen Geld geben, desto mehr wird klar, wie sehr die beiden trotz aller Unterschiede sich bedeutet hatten, als sie noch ein Paar waren.

Und so kommen sich die beiden im Laufe dieses Tages streitend und doch immer wieder mit einer seltsam zärtlichen Zuneigung, die zu zeigen sich beide nicht recht trauen, doch wieder näher. Dass uns Regisseur Lee Yoon-ki ein Happy-End vorenthält, muss dabei nicht enttäuschen. Am Ende des Tages haben sie die 3500 Dollar zusammen – fast zusammen. Einen kleinen Schuldschein behält Hee-soo. Grund genug, Byoung-Woon nochmal mit einem Besuch zu überraschen.

So einfach die Geschichte auch sein mag, Lee Yoon-ki hat daraus ein kleines Meisterwerk gemacht. Als filmisches Vorbild nennt Yoon-ki ganz zu Recht Woody Allen. Und das nicht nur wegen der eingesetzten Jazz-Musik, die My Dear Enemy eine gewisse Zeitlosigkeit gibt. Wie dem großen Vorbild Allen gelingt es dem koreanischen Regisseur, dem Film eine spielerische Leichtigkeit und einen feinen leisen Humor zu geben. Und nicht zuletzt die Spielfreude der beiden großartigen Schauspieler Jeon Do-Yeon und Ha Jung-Woo sorgt dafür, dass man diesen kleinen Film nicht so schnell vergisst. Einer der Höhepunkte des diesjährigen Forums, der hoffentlich auch den Weg in die deutschen Kinos finden wird.

Wiederholung: CineStar 8 15.02. 19:30

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