Serien auf der Berlinale

»Terror« erzählt von der letzten Polarexpedition Sir John Franklins, die dafür bekannt wurde, dass viele Besatzungsmitglieder von ihren Kollegen verspeist wurden. © AMC

Seit 2015 reagiert die Berlinale auf den Serien-Boom. Neben dem European Film Market, der ausschließlich Fachpublikum vorbehalten ist, gibt es auch für den normalen Zuschauer
in der kleinen Reihe Berlinale Special Series im Zoo Palast eine kleine Auswahl an Serien zu entdecken. So liefen dort 2015 zwei Folgen des Spin-Offs »Better call Saul«, das allerdings schon einen Tag nach der internationalen Premiere auf der Berlinale bei Netflix Deutschland ausgestrahlt wurde. In diesem Jahr stellen die Specials sieben Serien vor.  Viele basieren auf literarischen Vorlagen. Hier eine kleiner Überblick.

In der australische Miniserie »Picnic at Hanging Rock« verschwinden während eines Auflugs drei Mädchen, von denen nur eines später wieder auftaucht. Dieses Ereignis steht am Anfang einer Reihe von Vorkommnissen, die zur Schließung des Pensionats führen. Peter Weir (The Truman Show) hatte schon 1975 den Roman von Joan Lindsay verfilmt. Die Serie wurde bereits von Amazon Video in den USA gekauft.

Das israelische Psycho-Drama »Sleeping Bears« behandelt ein heikles Thema. Als der Therapeut der 38jährigen Hadas, Lehrerin einer Schule für verhaltensauffällige Jugendliche, bei einem Unfall stirbt, bekommt sie seine Protokolle als Drohbriefe zu geschickt.  In »Sleeping Bears« geht es um Vertrauen im engsten familiären Umfeld.

Die böse Finanzwelt schlägt in der ZDF-Serie »Bad Banks« von Christian Schwochow (Der Turm) zu. Bankerin Jana, gespielt von Paula Beer, die auch im Wettbewerbsbeitrag »Transit« von Christian Petzold zu sehen sein wird, verstrickt sich in eine Intrige. Die Folgen sind ab dem 22.02. 2018 auch in der ZDF-Mediathek online zu sehen.

In der norwegischen Serie »Heimebame« (»Home Ground«) verlässt eine Frauentrainerin ihre Frauenmannschaft, um Männer zu trainieren.

Die us-amerikanische fiktionale Serie »The Looming Tower« konzentriert sich mehr auf die »strategisch-bürokratischen Schlachten«  (Pressemitteilung Berlinale) zwischen FBI und CIA im Vorfeld des 11. September als das gleichnamige Sachbuch, in dem es im Wesentlichen auch um das Leben der Drahtzieher des Terroranschlags, Osama Bin Laden, und seiner Wegbereiter geht.

Die blutige AMC-Serie »Terror« zeigt die letzte Polarexpedition Sir John Franklins, gespielt von Ciarán Hinds (Game of Thrones). Die 130 Teilnehmer brachen im Mai 1845 auf, um die Nord-West-Passage zu finden, kehrten jedoch nicht mehr zurück. Realisiert hat die auf dem klaustrophobisch-düsteren Kammerspiel von Dan Simmon beruhende Serie Edward Berger (»Deutschland 83«).

Auch die dänische Serie »Liberty« basiert auf der gleichnamigen literarische Vorlage. Der Däne Jakob Ejersbo, Sohn von Entwicklungshelfern, wuchs teilweise in Tansania auf. Vor dem Hintergrund eines Familiendramas zeichnet »Liberty« ein Bild über das postkolonialistische Tansania der 80er.

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